Geplante Obsoleszenz

Unsere Kunden und ein Verdacht:
Geplante begrenzte Gerätelebensdauer bei modernen Geräten?

Laut Umweltbundesamt gibt es geplante Obsoleszenz (lat. obsolescere = sich abnutzen) nicht. Aber in einer Studie aus dem Jahr 2016 wird zugegeben, daß die Nutzungsdauer von Geräten abnimmt…. Hmmm, ein Schurke ist, wer Schlechtes hierbei denkt…….

Geplante Obsoleszenz liegt vor, wenn Dinge nicht einfach nur zu früh und ohne Grund kaputtgehen oder schlecht oder nicht zu reparieren sind, sondern der Hersteller dabei mehr oder weniger absichtlich seine Hände im Spiel hatte – juristisch ein Problem, da der Hersteller auf eine böswillige Unterstellung klagen kann.

Es lassen sich viele Gründe finden: „Die Wirtschaft will es so, ständiges Wachstum ist ohne geplante Obsoleszenz nicht möglich.“ Auch das Auf und Ab der Modeerscheinungen sorgt dafür, beim Kleid sowie beim neuesten Handy. Unser Billigwahn ist natürlich ebenfalls schuld. Den Preiswettbewerb befeuern Schnäppchenjäger, die kaufen nur das Billigste – egal, ob es lange hält oder nicht. Das Zusammenwirken all dieser Faktoren führt zu kurzlebigen Produkten.

Dies mag der Hauptgrund sein, warum überwiegend Ältere ab 40 Jahren unsere Reparaturwertstätten besuchen und häufig alte Schätzchen zur Reparatur mitbringen. Früher waren die Produkte langlebiger gefertigt, da im Verhältnis zum Verdienst ihre Anschaffung teuer war und sie deshalb länger halten mussten, damit sich der Kauf lohnte.

Aber wer ein hochwertiges Gerät hat, kauft lange Zeit kein Neues mehr. Also wird, um den Konsum anzukurbeln, eine weniger aufwändige Fertigung mit Teilen vorgenommen, die zum schnelleren Verschleiß neigen. Beispiele: Zahnräder oder Kugellager in Geräten, früher verschleißfest aus Metall gefertigt, werden heute billiger aus Kunststoff gemacht. Auch Teile die der Mode unterliegen, wie ein stoßempfindlicher integrierter „Stoßfänger“ beim Auto statt der soliden Stoßstange oder der Kettenschutz beim Fahrrad aus Plastik statt Blech, der an dünnen Befestigungsstellen nach wenigen Jahren bricht… Viele Geräte sind kaum reparierbar oder dann ist die Reparatur teuer, so dass der Kunde lieber das neue, anscheinend technisch bessere Gerät kauft. In dieser klassischen Konsumgesellschaft sind die Jüngeren groß geworden, und oft stellen wir fest, dass bei ihnen die Wegwerfmentalität ausgeprägter ist als der Anreiz, das Gerät zu reparieren/reparieren zu lassen oder dies zumindest zu versuchen.

Das dies nicht so weiter gehen kann, sollte Jedem klar sein. Die Vorräte unserer Erde sind begrenzt und auch die Rückgewinnung der Rohstoffe aus weggeworfenen Geräten gelingt nicht vollständig.

Was tun?

1. Wer billig kauft, kauft zweimal. Bewusster auf Langlebigkeit kaufen! – hier geben auch Internetforen Hinweise zu Problemen mit dem Produkt, zum Beispiel www.murkslupe.org oder die Verbraucherberatung. Und es gilt richtig zu rechnen, denn ein langlebigeres Gerät bedeutet auf Dauer, dass der Ersatz von kaputten Geräten seltener nötig ist.
2. Nicht verzagen, in die Reparaturwertstatt kommen. Die Tüftler können nicht alles reparieren, aber es gelingt doch bei vielen Dingen!

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Bei welchen Geräten hatten Sie den Eindruck, dass ein Fehler bewusst eingebaut wurde? Lassen Sie uns gerne einen Kommentar da!

Medienbeiträge zum Thema:

Kölner Stadt-Anzeiger, 28.04.2017: Reparieren – oder wegwerfen?
Fernsehwoche, KW31/32, 2017: Liebe Hersteller, wollt ihr uns verkohlen?

1 Kommentar

  1. Friedrich R.

    z.B. Neuerer Fön Rowenta PRO2300, Kabel nachsetzen wegen Konstruktion ausgeschlossen

    Ich habe vor kurzem versucht dieses Gerät zu reparieren.
    Das Modell ist infolge der besonderen konstruierten Bauweise praktisch nicht zu öffnen bzw. zu reparieren. Ein triviales und übliches Nachsetzen des durch Gebrauch ermüdeten Anschlußkabels ist praktisch nicht möglich. Wie bekannt führt das Nachsetzen des Kabels zu einer signifikanten Lebensdauerverlängerung des Geräts.

    Die Schrauben des Geräts sind nicht mit Standard-Schraubendrehern zu öffnen, auch wenn einem erfahrenen ReWerti dies noch gelänge, kommt er nicht an die Anschlußklemme des Kabels im Griff heran und kann so keine professionelle Reparatur durchführen.

    Ältere Föne lassen das Öffnen und das Nachsetzen eines ermüdeten Kabels ohne weiteres zu.

    Können die erfahreneren Elektro-Rewerties meine Einschätzung bestätigen?

    Gruß aus Leichlingen
    Friedrich

    Antworten

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